„NSA“- App

Ein Smartphone besitzt in Deutschland inzwischen jeder zweite Handybesitzer. Trotz Sicherheitslücken schreckt kaum einer vor dem Kauf dieses inzwischen zum Kulturgut erhobenen Gegenstandes zurück. Dies gilt generationenübergreifend. Auf diesen digitalen Alleskönner und Lebensberater will man nicht mehr verzichten.

Komplett kabellos werden die Daten über das Handy-Netz übermittelt. Auch für sensible Daten, wie Online-Banking wird das Smartphone genutzt. Die fast täglich neuen Enthüllungen des US-Geheimdienstes NSA verunsichern die stolzen Smartphone-Besitzer kaum. Mit Hilfe der zahlreichen Apps gibt es inzwischen ebenso zahlreiche Angriffsmöglichkeiten auf den unverzichtbaren Begleiter unserer Zeit.

Aufenthaltssorte, Fotos, Kontakte, Interessen, Passwörter zu Kontonummern lassen sich mühelos auskundschaften. Spezialeinheiten haben selbst das Betriebssystem von BlackBerry-Geräten ausspioniert. Keinen Empfang mit seinem Handy zu haben gilt für den Smartphone-Besitzer als größere Katastrophe. Aus Bequemlichkeit wird von den Nutzern bei vielen in den Apps gespeicherten Geodaten zugestimmt. Eine genaue Ortung des Gerätes ist damit  jederzeit möglich.

SiMKo 3, auf der Basis des Samsung Galaxy S3, von der Deutschen Telekom ist als Sicherheits-Smartphone zugelassen worden. Dieses Gerät erhielt die Geheimhaltungsstufe: Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat erfolgreich die Prüfung durchgeführt. Der stark angeschlagene kanadische Smartphone-Anbieter BlackBerry und der IT-Sicherheitsspezialist Secusmart bietet der Bundesregierung ebenfalls ein gemeinsam entwickeltes Sicherheits-Telefon BlackBerry Z10 mit der Secusmart Security Card an.

Die „Regierungshandys“ SiMKo 3 der Deutschen Telekom sind mit einem eigenen Betriebssystem ausgestattet. Sämtliche Daten werden mit Hilfe einer Kryptokarte verschlüsselt. Die Daten lassen sich aus der Ferne löschen. Ein Wechsel zwischen dienstlicher Kommunikation und offenem Surfen im Netz ist jederzeit möglich. Aber Sicherheit hat seinen Preis. Das SiMKo 3-Smartphone kostet ab 1.700 Euro für eine Vertragslaufzeit von zwei Jahren. Die Produktpalette soll noch ausgeweitet werden. Neben den Smartphones sind Tablets, Notebooks und eine Version mit LTE-Datenfunk geplant und künftig auch weiteren Firmen zugänglich sein.

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